Schahrasad / Tell me more

Bühneninstallation und Performance zu Tausendundeiner Nacht

TRAILER

Auf der Bühne befindet sich eine begehbare Installation aus sechs Meter hohen Stoffbahnen. Das Publikum betritt diesen definierten Raum und kann sich darin frei bewegen. Der architektonische Aufbau erzwingt ein Spiel mit Sichtbarkeiten und erinnert an einen heiligen Ort. Durch den Geruch verschiedener Gewürze, die symmetrisch angeordnet auf einander Bezug nehmen, wird die sakrale Wirkung noch verstärkt.

Schahrasad erscheint auf allen Stoffwänden des luftigen Palais - nahezu ikonenhaft. Ihr Gesicht ist undefiniert und findet sich in über 20 Portraits verschiedener Frauen und Mädchen wieder. Schahrasad erzählt Geschichten, Nacht für Nacht, dem grausamen König Schahriyar. Bewusst sucht sie spannende und faszinierende Stoffe aus. Um den König zu bannen und von seinem Wahn, zu töten, abzubringen. Sie spricht von allen Facetten des Lebens mit Weisheit, Witz und Mut. Fasziniert von der Vielfältigkeit des menschlichen Seins, sieht der Sultan die Bilder vor seinem inneren Auge vorbeiziehen...

Wird sie eine Heilsbringerin sein? Eine Weise? Eine Magierin? Oder getötet werden, wie all die anderen Ehefrauen vor ihr? Was sind die Botschaften ihrer Erzählungen? Welche Bilder vermittelt sie dem tyrannischen König und zugleich dem Leser ihrer Erzählungen? Was erreicht uns, in unserer westlichen Vorstellungswelt?

Überlebensgroße collagenartige Projektionen, kurze narrative Filmsequenzen und Live-Percussion führen den Zuschauer durch ein Labyrinth aus Schatten und Licht hinein in eine metaphorische Begegnung mit der Kultur der islamischen Welt. Die heraus gebrochenen Inhalte, aus der Sammlung Tausendundeiner Nacht (neu übersetzt von Claudia Ott), sind in eine starke Bildsprache transformiert.

Unser Dank gilt allen Berliner Frauen, die Ihr Portrait der Performance zur Verfügung stellten.

Konzeption, Performance: Franziska Merkel

Fotografie, Projektionen, Performance: Julia Merkel

Künstlerische Mitarbeit: Anna Merkel

Live-Percussion: Giuseppe Sciarratta